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25.07.2017, 12:11 Uhr

3333 Euro für Leegebruch in der Spendenbox

Obwohl das Benefizkonzert für Leegebruchs Hochwasseropfer am Sonnabend auf dem Spargelhof in Kremmen wegen Starkregens vorzeitig beendet werden musste, war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Unter Strich steht eine Summe von 3333 Euro, die für den guten Zweck zusammengekommen ist...

So etwas nennt man dann wohl Ironie des Schicksals: Die Benefizveranstaltung für die Hochwasseropfer von Leegebruch am Sonnabend auf dem Spargelhof in Kremmen ist nach etwa eineinhalb Stunden von heftigen Regengüssen heimgesucht worden. Schon bald trieb es die Besucher, die anfangs noch versucht hatten, unter Sonnenschirmen Schutz zu finden, in das Restaurant „Landmann“. Doch dort konnten die Veranstaltungsteilnehmer nur kurze Zeit Zuflucht vor dem Wolkenbruch finden, weil sich in der Lokalität eine Hochzeitsgemeinschaft eingemietet hatte. Immerhin reichte die Zeit im Trockenen, um die Tombolagewinne zu verlosen.

 

Gelohnt hat sich die Benefizveranstaltung aber nicht nur für alle jene, die Losglück hatten. Obwohl das Konzert vorzeitig beendet werden musste, kam am Ende unterm Strich die stolze Summe von 3333 Euro zusammen. Geld, das die vom Hochwasser betroffenen Leegebrucher mit Sicherheit sehr gut gebrauchen können.

Alles begann am Sonnabend um 13 Uhr mit Sonnenschein und dem Kremmenlied von Andreas Dalibor. Der Chef des Theaters „Tiefste Provinz“ hatte für die Veranstaltung die Bühne zur Verfügung gestellt. Von dort oben betonte Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU), dass er während des Hochwassers mit den Leegebruchern gelitten habe. Und er habe großen Respekt vor dem, was die vielen Feuerwehrleute dort Tag und Nacht geleistet haben. Alle Kommunen seien nun gefordert zu prüfen, was getan werden muss, um die aufgetretenen Mängel bei der Regenentwässerung zu beseitigen. Es sei nämlich nicht auszuschließen, dass sich solche Wetterlagen künftig wiederholen. Was Kremmens Bürgermeister zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen konnte: Nur kurze Zeit später waren die Kanalisationen etlicher Orte in Oberhavel wieder im wahrsten Sinne des Wortes „voll gefordert“.

Während sich dann auf der Bühne das Musik-Duo „String & Swing“ und der Shanty-Chor Kremmen ins Zeug legten, wanderten die ersten Geldscheine in die große Spendenbox. Das Geld stammte von den Gästen, die kräftig Tombolalose kauften. Dazu gehörte auch Johanna Herder. Die 67-Jährige war mit dem Zug aus Spandau nach Kremmen gekommen und zum ersten Mal auf dem Spargelhof. „Ich bin sehr froh, dass ich hier bin“, sagte sie. „Es gibt so schöne Dinge im Berliner Umland zu sehen.“ Sie habe gehört, dass hier für Leegebruch gesammelt werde und dass die Feuerwehren dort Großes geleistet haben. Mit dem Kauf von Losen wolle sie den guten Zweck unterstützen.

Das wollte auch Karl-Dietmar Plentz. Schwantes Bäckermeister hatte 200 Stück Kuchen – Mohn, Käse, Apfel, Pflaume, Kirsche und Zupfkuchen – zur Verfügung gestellt, die von Hans-Jürgen Engler aus Falkensee verkauft wurden. Die zwei Euro pro Stück flossen zu 100 Prozent in die Spendenkasse. „Wir haben bei uns auch zwei Verkäuferinnen, die in Leegebruch wohnen und vom Hochwasser betroffen sind“, sagte Karl-Dietmar Plentz. Aus ihren Erzählungen wisse er, wie dramatisch die Situation für etliche Einwohner dort war und teilweise immer noch ist. „Es war sofort klar für mich, dass wir mitmachen“, so der Bäckermeister.

Ein wenig traurig schaute Heiko Schwärzke aus. Der Musiker der Band „Hospital Creatures“ hatte bereits am frühen Nachmittag befürchtet, dass der sich langsam verdunkelnde Himmel dem Auftritt der Band, die als letzter musikalischer Höhepunkt um 17.15 Uhr vorgesehen war, einen Strich durch die Rechnung würde. Und so kam es auch. Der starke Regen ließ die technischen Anlagen derart „absaufen“, dass schließlich die Sicherung rausflog und damit an ein weiteres Bühnenprogramm nicht mehr zu denken war. Aus Musikerkreisen, so Heiko Schwärzke, sei aber zu hören gewesen, dass viele Bands bereit seien, sich nach der Sommerpause noch einmal für ein ähnliches Konzert zur Verfügung zu stellen.

 

Gerne wiederkommen wollen auch die Leute vom „Kunstraum-Oranienwerk“. Die dort vereinten Künstler zeigten in Kremmen einige ihrer Werke und ließen die Einnahmen in Höhe von 160 Euro postwendend in die Spendenbox fließen.

 

Sehr spendabel zeigten sich auch die Gastgeber des Benefizkonzertes. Die 583 Euro, die der Spargelhof aus dem Verkauf von Bratwurst und Getränken in die Spendenbox steckte, wurden am Abend auf 750 Euro aufgerundet. Und auch die Bäckerei Plentz legte zu den Einnahmen aus dem Kuchenverkauf noch etwas drauf, so dass am Ende die Summe von 3333 Euro stand.

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